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Raphaels Erfahrung auf der Fazenda




Mein Name ist Raphael, ich bin 20 Jahre alt und komme ursprünglich aus dem Siegerland. Ich durfte in einer sehr liebevollen Familie aufwachsen, die mir von klein auf versucht haben, mir vieles zu ermöglichen. Meine Kindheit verbrachte ich oft im Wald und hatte alles was man braucht, um als kleiner Junge glücklich zu sein. Je älter ich wurde, desto mehr sehnte ich mich aber nach etwas Größerem, das mein Leben mit Glück erfüllen könnte. Mit 13 Jahren dachte ich, dass ich diese Sehnsucht mit der Droge füllen könnte und so begann ich immer regelmäßiger Cannabis zu konsumieren. Im Alter von 15 Jahren lernte ich immer mehr neue Freunde kennen, mit denen ich dann anfing, auch noch chemische Drogen zu nehmen. Von diesem Punkt an ging mein Leben immer mehr den Bach runter und ich stritt mich regelmäßig mit meiner Familie, so dass mein Vater selten mit mir sprechen wollte. An Gott glaubte ich damals kaum noch, obwohl ich eigentlich christlich erzogen war. Je länger ich Drogen nahm umso mehr Probleme hatte ich mit meinem Selbstbild, meiner Familie, meiner Psyche, meiner Ausbildung und meinem Gesundheitszustand, da ich kaum noch etwas essen konnte und wenig schlief. Mit 19 Jahren kam ich dann eines Tages zu meiner Mutter und bat sie verzweifelt um Hilfe. Sie hatte zufällig einige Monate zuvor einen Flyer der Fazenda da Esperança bekommen und gab mir diesen in die Hand. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich dazu, dieses Angebot anzunehmen und mein Leben zu ändern. Nach 2 Wochen Entgiftung in einer Klinik kam ich dann im Dezember 2018 auf der Fazenda Sabelsberg in Boppard an.


Die Anfangszeit war sehr schwierig für mich und nach zwei Tagen saß ich bei meinem Hofleiter im Büro und wollte wieder nachhause gehen. Durch ein sehr gutes Gespräch motivierte er mich es nochmal wenigstens eine Woche zu probieren. Ein paar Tage später bekam ich einen sechsseitigen Brief von meinen Eltern, in dem stand, wie stolz sie auf mich seien und dass sie mich sehr liebhaben. Dieser Brief berührte mich sehr und so entschied ich mich dazu, auf der Fazenda zu bleiben. Nach einer kurzen Zeit spürte ich, dass dieser Hof der Hoffnung ein besonderer Ort ist und ich fing an, regelmäßig zu töpfern und durch das Musik spielen in der Kapelle ein Verhältnis zu Gott wiederaufzubauen.



Als dann an meinem ersten Besuchstag meine Familie kam und ich das Glänzen in den Augen meiner Eltern sah und wir uns wieder versöhnten, wusste ich, dass dieser Ort mein Leben verändern kann, wenn ich mich immer mehr darauf einlasse. Also fing ich an, die Fazenda in mein Herz zu schließen und als Familie zu s