Vergib immer.

16.03.2020

Mt 18,21-35:

 

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal?
Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!
Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

 

“Solltest Du nicht auch Mitleid mit deinem Nächsten haben, wie ich Mitleid mit dir hatte?“. Liebe kennt keine Grenzen. Dies ist das Prinzip, das Jesus dazu bringt, unermüdlich Versöhnung und Vergebung vorzuschlagen. Aber die Liebe, die Jesus vorschlägt, ist eine radikale Liebe mit absoluter Offenheit für den anderen: für sein Elend, für seine Unwissenheit, für seine Vielfalt. Wir können nicht sagen, dass wir unseren Nächsten lieben, wenn wir ihn gleichzeitig  lächerlich machen oder ihn zum Ausdruck unserer Launen machen. Der nächste muss immer anders sein, er muss so sein, wie er ist, auch wenn er falsch ist. Wenn wir diese Konsequenzen radikaler Liebe akzeptieren, werden wir unbegrenzte Vergebung verstehen, bis zu siebzig mal sieben. Vergib immer.

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