Hellefeld kriegt Besuch aus der Ukraine

28.01.2019

 

In Hellefeld hatten wir im Januar die besondere Freude, dass vier Mädchen aus der Ukraine ihre Ferien bei uns verbrachten, die die Fazenda über ein Projekt kennengelernt hatten. So war unsere Familie für eine Woche noch bunter und es war für alle eine besondere Zeit:

„Als ich hier herkam war mein erster Eindruck, dass ihr hier wirklich wie ein Familie seid,“ erzählt Olga (19). „Ich reise viel und war schon oft von zu Hause weg, aber es war das erste Mal, dass ich mich wo anders sofort daheim gefühlt habe! Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Leitung, Ehrenamtlichen und Hilfesuchenden. Die Atmosphäre ist einfach toll, man spürt die Liebe überall — so, wie es in einer Familie eigentlich sein sollte: Einmal Familie, immer Familie! Ihr bleibt füreinander da, das merkt man. Die Erfahrung ist in eurem Herzen und verbindet euch. Ich möchte wieder her kommen und länger bleiben, denn für uns aus der Ukraine ist das etwas Besonderes. Wir haben sehr viele Drogenabhängige, aber es gibt keinen Ort wie die Fazenda.“

 

„Das, was mich am meisten auf der Fazenda bewegt hat, ist das Vertrauen, das ihr füreinander habt,“ fügt Christina (16) hinzu. „Ich kenne mehrere Einrichtungen für Suchtkranke, aber die sind oft nicht erfolgreich. Dort werden die Leute nur wie Kranke behandelt; sie werden als ein Problem angesehen, das gelöst werden muss. Hier ist es ganz anders. Die Genesung liegt komplett in der Hand der Einzelnen. Es ist ihr freier Wille und ihre Entscheidung ein neues Leben anzufangen. Sie wissen, dass sie selbst die Verantwortung für ihre Entscheidung tragen und dass sie damit ganz frei sind. Und auf diesem Weg vertraut ihr ihnen. Ihr glaubt daran, dass sie die Kraft haben gesund zu werden. Der Glaube und das Vertrauen, das ihr in die Menschen habt, es ist beeindruckend!“

 

Auch Solemia (18) ist begeistert: „Es hat mich sehr überrascht, dass ihr euch immer in den kleinen Dingen helft und versucht, den Anderen eine Freude zu machen. Das liegt wohl an dem Wort, das ihr euch jeden Morgen mit in den Tag nehmt. Das Mädchen, das die Woche Küchendienst hat, kocht z.B. verschiedene Sachen nach dem Geschmack der einzelnen Bewohner. Und die Schwester, die unsere Wäsche gewaschen hat, hatte einen kleinen Zettel für uns auf Ukrainisch geschrieben und auf die saubere Kleidung gelegt. Ich denke, das hilft den Leuten ihr Leben wieder aufzubauen: Jeder kümmert sich um jeden.“

 

Und schließlich erzählt Sophie (16): „Ich denke das, was den Unterschied zu anderen Einrichtungen macht, sind die vielen Freunde der Fazenda. Es gibt so viele, die euch unterstützen! Ihr bekommt z.B. Lebensmittel von Supermärkten — so etwas gibt es in der Ukraine nicht. Und Leute, die vor Jahren hier gelebt haben, kommen noch immer zu Besuch, helfen mit und sind einfach da. Dadurch ist viel Bewegung hier, immer ist etwas los. Es ist eine Einrichtung voller Lebendigkeit!“

 

Ja, es war wirklich eine besonders schöne Woche mit unseren neuen Schwestern aus der Ukraine! Und für Olga, Christina, Solemia und Sophie waren die Tage hier eine Erfahrung, die sie mit nach Hause nehmen werden: „Ich denke wir könnten die ersten Leute aus der Ukraine sein, die versuchen den Geist der Fazenda in unsere Heimat zu tragen; in die Familie, an die Universität, zu unseren Freunden, überall!“, sagt Olga. Und Christina fügt hinzu: „Die Erfahrung hier war so beeindruckend, ich werde mich viel daran erinnern und sie ist für mich der Anstoß darüber nachzudenken, wie ich helfen kann meine Heimat zu einem besseren Ort zu machen.“

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