Feier der Kar- und Ostertage auf der Fazenda Hellefeld

03.04.2018

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Die Feier der Kar- und Ostertage ist auf der Fazenda immer besonders tief und persönlich, weil viele der Fazendeiros selber sehr starke Erfahrungen mit dem Kreuz aber auch der Wiederaufer-stehung gemacht haben. 

 

 

Dieses Jahr kamen von Gründonnerstag bis Ostersonntag die Fazenda aus Boppard und aus Xanten zu gemeinsamen Einkehrtagen auf der Fazenda Hellefeld zusammen. Mit einigen Ehemaligen, Freiwilligen und Freunden der Fazenda wurde es eine Gruppe von gut 40 Personen. 

Meinolf Wacker, Fokolarpriester aus Kamen, gestaltete die liturgischen Momente mit seiner sehr persönlichen Art, bei der sich jeder Einzelne persönlich angesprochen fühlt. Es begann mit der Feier der Gründonnerstagsmesse mit der Fußwaschung, die allen nochmal die Größe Jesu Liebe deutlich machte. 

Danach wurde die Nacht über in der Kapelle gewacht, um an Jesu leiden im Ölgarten zu erinnern, und seiner Bitte "bleibt hier und wacht mit mir" zu entsprechen. Bis zum Morgen war immer eine Gruppe zum Gebet und Gespräch mit Gott vor dem Kreuz. Nicht ganz einfach, mitten in der Nacht eine Stunde wach zu bleiben, aber auch wenn der ein oder andere gelegentlich wegnickte, so waren es doch sehr berührende Momente von Gottesnähe. 

 Am Karfreitag-Vormittag wurde der Kreuzweg begangen. Die ganze Gruppe lief mit einem großen Kreuz durch Hellefeld, und gedachte an 14 Stationen dem Leiden Jesu. Besonders bewegend waren Erfahrungen, die die Frauen und Männer der drei Fazenda Gemeinschaften aus ihrem eigenen Leben erzählten: Wie sie wie Jesus unter dem Kreuz zusammen gebrochen waren, sich dem Spott der Leute ausgesetzt sahen, aber auch, wie sie Menschen trafen wie Simon von Cyrene, der Jesus half, sein Kreuz zu tragen. 

S. erzählte: "Mit 14 Jahren habe ich das erste Mal Drogen genommen. Immer wieder haben mich meine Eltern erwischt, aber ich habe es nie geschafft, aufzuhören. Ich habe ihnen immer etwas vorgelogen. Als mein Vater mich das letzte wieder Mal erwischte, war er ganz verzweifelt. Er weinte, und erzählte mir, warum er oft nicht der Vater für mich sein konnte, der er gerne gewesen wäre. 

Da merkte ich, wie sehr er mich liebt, wie offen er auch über seine eigenen Probleme mit mir sprach. Das hat mir die Kraft gegeben, auf die Fazenda zu kommen, und hier endlich ein neues Leben zu beginnen." 

Auch S. weinte, als er sich beim Erzählen an alles, was passiert war, erinnerte. Später sagte in kleinerer Runde: "Ich bin ja jemand, der nicht gerne vor vielen Menschen redet, schon gar nicht über so persönliche Dinge. Aber hier wusste ich, dass alle, die dabei waren, selber solche Erfahrungen gemacht hatten, und mich verstehen würden, mich nicht verurteilen würden. Es hat sehr gut getan, das alles mal aussprechen zu können, es war eine echte Befreiung!"

Nachmittags war dann die Feier der Kreuzigung und Grablegung, die Meinolf wieder sehr berührend gestaltete. Zwischendurch gab es immer wieder Gelegenheit, bei ihm zu beichten, was sehr rege genutzt wurde, und vielen half, vor Ostern nochmal mit sich und Gott ins Reine zu kommen. 

 Am Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe, wurden verschiedene Aktivitäten angeboten, die helfen sollten, in den Geist von Ostern einzutreten: 

Eine Gruppe holte bei einer zweistündigen Wanderung Quellwasser für die Ostermesse, andere gestalteten Osterkerzen, bereiteten die Fürbitten für die Messe vor, buken Osterlämmer und färbten Eier. 

Abends fuhren alle gemeinsam zur Feier der Osternacht in die Gemeinde von Meinolf in Kamen. Auch dort war wieder beeindruckend zu erfahren, wie persönlich sein Umgang mit allen und seine Art zu sprechen ist! Es wurde eine bewegende Feier, mit einer Taufe, und die Fazenda-Gruppe sang nach der Kommunion gemeinsam zu Gitarren- und Flötenbegleitung das Lied "Bleibe hier bei uns". Das drücke gut das aus, was alle spürten: diese Auferstehungsfreude, das Geschenk der Gemeinschaft und die Nähe Gottes - das sollte so bleiben! 

Nach der Messe wurde noch im Gemeindehaus gegessen und gefeiert, bevor es dann zurück nach Hellefeld ging. 

Und am Sonntag Morgen war der Abschluss ein köstliches Osterfrühstück, mit vielen leckeren Dingen und in bester Stimmung. Johannes von der Fazenda Boppard hat an dem Tag sein Jahr der Rekuperation abgeschlossen, das war eine besondere Auferstehungserfahrung, über die sich alle gemeinsam freuten. 

Und so brachen danach die beiden besuchenden Fazendas in großer Dankbarkeit und voll von Osterfreude auf nach Hause. 

 

 

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