Julians Erfahrung auf der Mission in Polen

23.03.2018

Autor:

 

 

Mein Name ist Julian und ich bin 19 Jahre alt. Gebürtig komme ich aus der Stadt Paderborn in Deutschland, wo ich im Sommer 2017 mein Abitur abgeschlossen habe. Nach der Schulzeit wollte ich eine Veränderung in mein Leben bringen und entschied mich somit für ein Jahr als Freiwilliger auf der Fazenda Bickenried im Allgäu, ca.600 km von Zuhause, zu leben. Besonders wichtig war es mir, eine Pause vom geistbestimmten Schulalltag zu nehmen, und einfach mal mehr praktisch zu arbeiten und mit meinen eigenen Händen etwas zu tun. Auch die konkrete Hilfe an meinen Mitmenschen war mir ein wichtiges Anliegen. Zudem gibt mir dieses Jahr die Chance mehr von mir wegzugehen und die Bedürfnisse anderer zu sehen.

Auch wenn ich als Freiwilliger auf der Fazenda lebe und keine schlimmen Erfahrungen mit Drogen, Kriminalität oder Gewalt gemacht habe, so war auch ich zuvor auf der Suche. Besonders die Frage nach dem richtigen Glauben hat mich lange und sehr intensiv beschäftigt.
Obwohl meine Familie katholisch ist, so war ich der Kirche damals sehr kritisch gegenüber und
habe in verschiedensten Spiritualitäten nach Antworten auf meine Fragen gesucht. Das Ergebnis dieser Reise war leider, dass ich in einer gefährlichen Sekte gelandet bin und zunehmend einsamer, leiser und unfreier wurde.
Auch für meine Familie und Freunde war es am Ende schwierig mit mir in Kontakt zu treten, und so war auch die Fazenda für mich eine Art Neuanfang, um wieder zurück zu meinem alten Ich zu kommen.
Nach nun sieben Monaten auf der Fazenda kann ich sagen, dass sich mein Leben in vielen
Bereichen stark zum Positiven verändert hat. Ich spüre nun wieder mehr Freude und wahren Frieden in mir und merke immer mehr, wie wichtig es für mich ist mein Leben mit meinen Mitmenschen zu teilen. Auch das Gemeinschaftsleben ist für mich eine große Chance, da ich dort sowohl mit meinen Schwächen konfrontiert werde, als auch mir meiner Fähigkeiten und Stärken bewusst werden kann. Besonders schön für mich auf der Fazenda ist für mich zu sehen, wie unterschiedlich jeder in unserer Gemeinschaft doch ist, was für besondere Eigenschaften jeder mitbringt, und wie wir so voneinander lernen und profitieren können.
Auch darf ich auf der Fazenda jeden Tag neu lernen, in jedem Mitmenschen das Besondere & Schöne zu sehen, und lerne es, mehr zu lieben und weniger zu verurteilen. Das für mich spannenste an unserer Erfahrung auf der Fazenda ist und bleibt unser Kernbotschaft:
das konkrete Leben nach dem Evangelium, und was ich spüre ist, das je mehr ich es schaffe meinen Nächsten zu lieben und ihm Gutes zu wollen, desto mehr Freude fühle ich am Ende des Tages in Mir. So kommt es dass ein guter Tag am Ende nur an der gegenseitigen Liebe füreinander gemessen werden kann. Interessant ist auch die Kraftquelle von Allem, nämlich das tägliche Gebet in Gemeinschaft und beim Einzelnen, und wie sich dies auf Arbeit und Gemeinschaft positiv auswirkt. So kann ich beobachten, wie sich meine Einstellung zur Arbeit verbessert hat, meine täglichen Aufgaben gut und sorgfältig zu erledigen und dankbar zu sein, dass ich meinen Anteil leisten darf.
Auch darf ich durch die Arbeit auf der Fazenda lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen und dies in einer dankbaren und ehrlichen Haltung zu tun. Zudem gibt sie mir eine Struktur und einen Sinn. Zudem merke ich wie die täglichen Minuten des Gebetes, mir die nötige Kraft geben, um meinem Nächsten gerechter zu werden und die Geschenke des Alltags wertzuschätzen.
Eine weitere Frucht der Fazenda Erfahrung ist, dass mir mehr und mehr der Mund geöffnet wird und ich Lust habe auch etwas von mir zu erzählen und anderen an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Der gegenseitige Austausch wird mir persönlich immer wichtiger.
Außerdem ein wichtiger Aspekt der Fazenda ist für mich der Verzicht auf soziale Medien, Handys, Laptop, Fernsehen, Geld, welche ich als Freiwilliger nur ein Mal in der Woche benutzen kann. Sich auf das Wesentliche, hier genannt die drei Säulen (Arbeit, Gemeinschaft, Spiritualität) zu konzentrieren und sich nicht mit Nebensächlichkeiten abzulenken, führt zu mehr innerer Freiheit, mehr Kraft für den Alltag und man lernt sich im sozialen Miteinander zu verbessern.
Generell merke ich, dass das täglich gelebte Evangelium in Gemeinschaft, mich und meine Mitmenschen lebendig machen kann und wir viel Freude miteinander haben können.
Besonders auf der vierwöchigen Mission in Polen mit teils langjährigen Missionaren darf ich gerade die Erfahrung machen, wie das gelebte Wort zu Lebendigkeit, Freude und Freiheit führen kann.

 

 

Besonders in dieser Zeit in Nysar (Polen), in welcher wir eine neue Fazenda zur Einweihung vorbereiten und sie in der Umgebung bekannt machen, sind Lebendigkeit und Freude eine große Hilfe, um das Charisma der Fazenda anderen vorzustellen und diese zu berühren.
Spannender Teil der Mission ist auch zu sehen, wie die zukünftigen Leiter der Fazenda in Nysar, Franklin und Guzman, durch ihre freundliche und liebe Art von der polnischen Bevölkerung gut angenommen werden. Interessant, wie ihre humorvolle und lockere Art dabei helfen, das Wichtigste zu tun, nämlich Beziehungen aufzubauen.
Beide betonen immer wieder, wie wichtig die Beziehungen sind und dass alles andere, wie z.B. Spenden nur eine schöne Folge dessen seien. Neben der häuslichen Arbeit besuchen wir gerade in der Mission immer wieder Gemeinden, Reporter, Priester, um ihnen von unserem Leben zu erzählen und die Fazenda in Polen zu etablieren. 

 

Diese Ausflüge machen viel Spaß und sind für uns voller Sinn, da dadurch die Chance steigt, dass Hilfsbedürftige und Interessierte von der Fazenda erfahren.
Zudem befindet sich die Fazenda in Nysar in einem Franziskaner Kloster, sodass wir viel Kontakt mit einigen Ordensbrüdern haben und dort schon zu bekannten Messgängern geworden sind. Dabei stellt sich heraus, dass der Kirchenbesuch für die Polen noch wichtiger zu seien scheint als in meiner Heimat Deutschland, wo die Zahl der Kirchgänger leider Jahr für Jahr sinken.
Auch die Herzlichkeit der Menschen in der Kirche Polens ist bemerkenswert, sie sind uns sehr dankbar für unsere Erfahrungsberichte, welche wir in den Gemeinden mit ihnen teilen und zeigen dies in großzügigen Spenden, lieben Worten und Interesse an unseren Produkten.
Jeden Abend machen wir unter uns (gerade fünf Missionare) einen Austausch über den Tag und unsere Erfahrungen, singen Lieder und lassen den Abend friedlich ausklingen.
Für mich ist diese Zeit der Mission ein großes Geschenk, da wir unser neues Leben nach außen tragen dürfen und anderen damit den Weg, zu einem guten Lebensstil ermöglichen können.
Auch das Kennenlernen einer neuen Kultur bereichert einen.

 

 
















 



 

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