Fazenda da Esperança
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» Die drei Säulen

Das Konzept der Fazenda ist durch die Erfahrung innerhalb der gelebten Gemeinschaft entstanden. Im Laufe der Jahre entwickelten sich 3 Schwerpunkte, die für die Arbeit immer wichtiger wurden: die drei Säulen des Lebens auf der Fazenda.

Die drei Säulen - Gemeinschaft

Gemeinschaft

Wir leben in Wohngruppen und lernen durch das Miteinander einen neuen Lebensstil kennen. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gemeinschaftliches Leben, in das sich jeder mit seinen individuellen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit einbringt.

Suchtkranke Jugendliche, Freiwillige und Ehemalige unterstützen sich gegenseitig und bilden so eine Gemeinschaft. Auch schlafen wir in Mehrbettzimmern. Zweimal in der Woche setzen wir uns am Abend zusammen und erzählen von unseren Erfahrungen, den Freuden und Schwierigkeiten. Für uns sind das sehr wertvolle Momente, die wir gern miteinander teilen und die wichtig sind, damit das gemeinsame Leben gelingt.

Die drei Säulen - Arbeit

Arbeit

Auf den Höfen der Hoffnung versorgen sich die jungen Leute durch ihre Arbeit: Sie kochen, waschen, arbeiten in der Bäckerei, Fleischerei, bewirtschaften Hof, Stall und Garten und erledigen Auftragsarbeiten für Dritte.

Jeder arbeitet bei uns, damit wir uns den Lebensunterhalt selbst verdienen. Und jeder gibt das, was er durch die Arbeit verdient in die Gemeinschaft. Wir möchten unser Leben selbst in die Hand nehmen, darum gibt es bei uns keine Unterbringungsgelder von der öffentlichen Hand. (Eine Ausnahme bilden Minderjährige, weil dort besondere Auflagen zu beachten sind.)

Bei der gemeinsamen Arbeit lernt man sich rasch und gut kennen. Die Arbeit hilft der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Sie lässt uns spüren, zu was wir fähig und was wir wert sind.

Die drei Säulen - Spiritualität

Spiritualität

Unseren gemeinsamen Alltag richten wir an Worten der Bibel aus. Durch das Leben nach christlichen Werten wird ein neues gewaltloses Miteinander erfahren. Im gemeinsamen Austausch über diese Erfahrungen wird einem bewusst, wie das Wort neue Orientierung und Motivation geben kann. Dabei zählt der Wille zum Neuanfang und der Wunsch nach Versöhnung und Heilung.

Daher der Tag mit einem Moment des Gebetes und  der Sammlung. Es ist die Orientierung an einem guten Wort, das wir beim Lesen in der Bibel finden und welches uns als Sinnquelle dient. Zum Beispiel: "Dem anderen mit Achtung begegnen!“ oder "Neu anfangen“. Dazu gehört auch dreimal in der Woche ein Gottesdienst.

Jeder der dafür offen ist, ist hier herzlich willkommen – unabhängig von seiner religiösen Zugehörigkeit.

Die drei Säulen

“Das Leben auf dem Bauernhof kreist um Worte: alte Worte, der Bibel entlehnt, die jedoch im Zusammenleben der jungen Leute eine ungeahnte Dynamik entfalten. Das Überraschende dabei ist, dass man tatsächlich auch danach leben kann. Einmal lautet das Motto für den Tag: ‚Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen’ (Mt 7,12). Am Abend kommt die Wohngruppe wieder zusammen und tauscht sich aus, wie weit die Losung den Tag über gegriffen hat: ob es gelungen ist, nicht ausfällig geworden zu sein, nicht misstrauisch, nicht verletzend. Das eigene Denken und Handeln positiv zu beeinflussen ist für die meisten total ungewohnt, von allem am Anfang, wenn der Körper rebelliert, weil er keine Drogen mehr bekommt. Aber das Wort führt sie Woche für Woche zu einem zunehmend erfüllten Leben.“

(in: Peter Klasvogt, Durchkreuzt und verwandelt – Fazenda da Esperança – wo die Hoffnung einen Namen hat, Bonifatius-Verlag Paderborn)

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